Wie lautet deine Botschaft?

Online Kommunikationsstrategie für Solopreneure

Wie angekündigt, starten wir heute mit der neuen Serie:

Die erste Frage, die du dir stellen solltest (wenn du es noch nicht getan hast): Wie lautet deine Botschaft – und entspricht dein Online-Profil deiner Zielsetzung? Es klingt so simpel, und doch werden hier viele Fehler gemacht. Daher rate ich für den Start gerne zu einer Art Elevator-Pitch.

Sag mir in einem Satz, was du deinen Kunden anbietest. 

Es ist gar nicht so leicht, das eigene Angebot in einem Satz zu fassen, nicht wahr? Dennoch, übe dich darin. Je öfter du es probierst, desto sicherer wirst du. Entscheiden ist, wie so oft in der Kommunikation: entscheiden ist, ob du verstanden wirst! Und nun hinterfrage dich:

Verstehen deine Kunden, was du eben gesagt hast?

Dieser Punkt ist grundlegend. Meiner Erfahrung nach betrachten die meisten Solopreneure ihr Business durch ihre Unternehmerbrille und kümmern sich zu wenig darum, was ihre typischen Kunden suchen und verstehen. Es fängt damit an, dass man als Experte meist zu viel Vorwissen voraus setzt. Die meisten Unternehmer, die ich beraten habe, hatten bereits an dieser Stelle einen erheblichen Optimierungsbedarf.

Bei meinem ersten Business dialog artists habe ich auf Anraten von Bekannten die Tagline: Social Media Solutions verwendet. Und mich gewundert, dass immer mehr Kunden angerufen haben, die ich eigentlich nicht erreichen wollte – und zu wenig die, auf die ich mich eigentlich gefreut habe. Die Erklärung ist einfach: viele meiner potentiellen Kunden wissen kaum, was genau Social Media überhaupt ist, wie man es für sich als Unternehmer nutzen kann und was zur Hölle sind „Social Media Solutions“? Wenn dann noch jemand dialog artists heißt, na – was soll das wohl sein? Für mich war das eigentlich klar, ich wollte allen (!?) alles bieten. Wollte Freiberufler, Mittelstand und Konzerne unterstützen und sie begleiten auf ihrem Weg zum Dialog-Artisten. Ich habe die Rechnung ohne den (Wunsch!-) Kunden gemacht. Habe von allem ein bisschen gemacht und die Deutungshoheit meinen Kunden überlassen. Meine Bilanz: „alles für alle anzubieten“ ist kein Businessmodell. Ich habe gelernt, dass es viel einfacher ist und viel mehr Freude bereitet, wenn man gleich die richtigen Kunden erreicht und diese – im Idealfall auf einen zukommen. Ich habe in den 4 Jahren meiner Selbständigkeit noch nie kalt akquirieren müssen, ich habe die Kunden angezogen (teilweise über persönliche Empfehlungen) – denn das kann ich wirklich gut.

Du solltest also lernen, dich finden zu lassen.

Und dabei sind wir noch nicht im Bereich SEO (Suchmaschinenoptimierung für Google, Bing etc.). Wenn du dir deinen Kunden vorstellst, weißt du, wonach er oder sie sucht? Welches sind die relevanten Stichworte und verwendest DU sie in deiner Online-Kommunikation?

Nenne mir deine drei Tags (Stichworte) – was bietest du an? Was ist dein Produkt, deine Dienstleistung?

Früher habe ich auf diese Frage stets „Social-Media-Beratung, Coaching und Training“ geantwortet. Heute würde ich eher sagen: „Reichweite, Sichtbarkeit und Markenbekanntheit“. Weil es das ist, was besser auf die Bedürfnisse der Kunden antwortet.

Nenne mir drei Punkte zu deiner Person: Wer bist du, wo bist du, was bist du?  

Meine drei beruflichen Punkte wären aktuell: Sichtbarmacherin, Hamburg, Beraterin. Wobei wir schon bei zwei wichtigen Hinweisen wären: Stichworte verändern sich möglicherweise von Zeit zu Zeit und je nach Kontext. Das ist völlig in Ordnung.

Wenn du allerdings merkst, dass du dich nicht fokussieren kannst, vor Ideen sprudelst und du eigentlich stets auf mehreren Bühnen gleichzeitig tanzen und dich ungerne festlegen willst, dann ist das möglicherweise ein Zeichen dafür, dass du der typische „vielbegabte“ Scanner-Typ bist (hier kommst du zu einem TEST: Bist du ein Scannertalent?). Gerade dann ist es wichtig, dass du dich in deiner Außenkommunikation auf das Wesentliche beschränkst. Dein Zauberwort heißt ab heute: Fokus.

Verbildliche gedanklich dein Angebot, deine Dienstleistung oder deine Produkte: welches Symbol fällt dir als erstes ein? Welches Bild symbolisiert dein Angebot? Und nun stell dir die Frage:

Entspricht dein Online-Profil (also deine Profile in sozialen Netzwerken wie XING, LinkedIn, Facebook, Twitter & Co) deinem Angebot? Wenn du merkt, dass du abweichst, dann ändere die Punkte jetzt gleich. Streiche unnötiges, überflüssiges, redundantes. Verzichte auf inhaltsleere Aussagen. Fokussiere stattdessen den Need deines Kunden, wonach sucht er, welches Problem löst du, was bietest du ihm besonderes? Trage nun deine wichtigen Punkte ein und überprüfe noch einmal die Gesamtwirkung. Deine wichtigste Frage lautet nun:

Würdest du dich selber buchen? Dein Produkt kaufen wollen? Als potentieller Kunde neugierig sein auf dein Angebot? Dann hast du alles richtig gemacht!

Übrigens kannst du dich als UnternehmerIn natürlich auch verschlossen zeigen und dich weitestgehend von Online-Kommunikation fernhalten. Das ist dann wie „duschen, ohne nass zu werden„. In einigen Branchen wird das von den Kunden sicherlich noch toleriert, in anderen wäre es bereits heute fatal. Willst du dich nicht mit Online-Kommunikation beschäftigen, bedenke aber, dass man nicht nicht kommunizieren kann (Watzlawick).

Bitte beachte: Manchmal wird man auch im Laufe der Zeit etwas betriebsblind oder man passt seine Online-Kommunikation nicht den Veränderungen der eigenen Zielsetzung an. Es lohnt sich daher immer, Feedback von Außenstehenden einzuholen.

STAY TUNED: Die weiteren Themen dieser Serie folgen in der kommenden Woche. Du findest hier alle Links.

  • wen willst du erreichen – kennst du deine Zielgruppe?
  • welches sind deine Themen – und erreichst du damit deine Zielgruppe
  • welchen Mehrwert bietest du deinen Kunden
  • Wissen gratis bieten versus Geld verdienen
  • welches sind die richtigen Kanäle und wie kannst du diese aufbauen und beleben, so dass du möglichst viele Menschen mit deinen Inhalten erreichst

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